45 Jahre Design – Die 00er Jahre

Wenn ich mir die Fotos ansehe, mich an Gesichter und Gegenstände erinnere, scheinen von den frühen 2000er Jahren bis heute mehr Jahre vergangen zu sein als zwischen all den anderen Jahrzehnten.

Konnte bis vor kurzem noch alles durch eine gewisse Kontinuität mit der Vergangenheit vertraut werden, selbst wenn es sich dabei um eine Kontinuität des Bruchs handelte, so haben die 2000er Jahre die uns bekannte Welt für immer verändert, ja geradezu aufgelöst.

Auf dieser Reise durch die Mäander des Designs und durch den kulturellen „Zeitgeist“ der jeweiligen Epoche werden wir uns nicht mit den Ereignissen aufhalten, die die soziale und wirtschaftliche Dynamik der frühen 2000er Jahre negativ beeinflussten, sondern vielmehr versuchen, den Schlussstein, den Interpretationsschlüssel zu finden, der die mit dem Compasso d’Oro ausgezeichneten Produkte verbindet.

Vielleicht hat es in der Geschichte der Menschheit keine andere Zeit gegeben, in der technologische Innovationen so schnell, so einschlägig und so zahlreich waren. Vielleicht hat zu keinem anderen Zeitpunkt der Weltgeschichte die fortschrittlichste industrielle Entwicklung das Leben der Menschen so radikal verändert.

Wenn ich an diese Jahre zurückdenke, kommen mir Begriffe wie „Geschwindigkeit“, „Bewegung“, „Intelligenz“ in den Sinn, die sowohl als individuelle Fähigkeit als auch als Eignung für eine hohe Ausführungsgeschwindigkeit verstanden werden. „Smart“, wie die fortschrittlichen Mobiltelefone, die mit zahlreichen Funktionen ausgestattet und über die neuen sozialen Netzwerke mit der ganzen Welt verbunden sind, die in diesem Jahrzehnt hereinbrechen und unser Leben in einer Weise verändern, die wir uns nicht einmal vorstellen konnten.

Zusammenfassend könnte man sagen, dass das Wort des Jahrzehnts, zumindest im Design, „Dynamismus“ war.

Dynamisch sind in der Tat die nur scheinbar einfachen Linien des ersten unserer Objekte, des Spremiagrumi LATINA  von Lorenzo Gecchelin für F.lli Guzzini: Massenindustrie und Design gehen Hand in Hand.

Die Zitruspresse erzählt uns von einem schnelllebigen Alltag, in dem es darauf ankommt, alles in funktionaler und möglichst automatisierter Form zur Hand zu haben.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass das zweite unserer Objekte im selben Zuhause zu finden ist: My Home von Giuseppe Zecca, Direktor für Produktentwicklung bei Bticino: ein intelligentes Zuhause, das der Heimautomation die Türen öffnet.

Ein Haus, in dem nicht nur im Alltag der Erwachsenen ein Ereignis das andere jagt, sondern auch die Phantasie der Kinder ständig in Bewegung ist.
Der Compasso d’Oro 2008 geht an TRIOLI Magis, die farbenfrohen und phantasievollen Sitze für Kinder von Eero Aarnio, die den „Traum eines jeden Kindes, einen Gegenstand in etwas anderes zu verwandeln und der Phantasie freien Lauf zu lassen“, zum Ausdruck bringen.

Doch in diesem neuen Leben, das einen aufnimmt und mitreißt, in einer Welt, in der man so schnell rennen muss wie eben diese Welt selbst, um mit der Zeit Schritt zu halten, gibt es auch ein Bedürfnis nach Sicherheit, ein Bedürfnis, innezuhalten, wenn es Zeit ist.
Unser viertes Objekt ist die Bremsanlage der technischen Abteilung von Brembo, Preisträger des Jahres 2004, weil sie wie kaum ein anderes Produkt Technik und Kunst, Leistung und Design, Massenindustrie und hochkarätige Ingenieurskunst zu vereinen vermag.

Genau wie unsere (automatischen) Maschinen Gaggia Syncrony Digital und Titanium und die manuellen New Espresso und Baby Redesign.
Innovationen und Automatisierungen für die neue Ära.